Hundesport – vielseitig zwischen Tradition und Moderne

Hunde sind nicht nur zum Stöckchen-werfen und Sonntagsspaziergang fähig. Es gibt eine ganze Reihe von Sportarten speziell für Hunde beziehungsweise für den Besitzer mit seinem Hund. Manche Sportarten leiten sich dabei von althergebrachten Aufgaben der Hunde, wie dem Herdenhüten oder der Spurensuche ab. Andere wurden vollkommen neu entwickelt.

Nahm am bekannten Aufgabenspektrum für Hunde sind Disziplinen wie beispielsweise der Fährtensport oder die Fährtenarbeit. Hierbei wird bis zu drei Stunden vor dem Wettbewerb eine Fährte in der Natur ausgelegt, der der Hund anschließend folgen muss. Je nach Ausbildungs- und Schwierigkeitsgrad kann diese Spur frischer oder älter sein und Richtungswechsel oder Ablenkungen für das Tier enthalten.

Hüten und Wasserarbeit für den Hund

Dass Hunde nützliche Unterstützung beim Zusammenhalten von Viehherden leisten, dürfte allgemein bekannt sein. Weniger bekannt ist dagegen vielleicht die Tatsache, dass es auch in dieser Disziplin Wettkämpfe und Prüfungen gibt. Das so genannte Leistungshüten sieht eine Reihe von Aufgaben für die Tiere vor, wie etwa das Treiben der Herde in oder aus einem Pferch, über Brücken oder an Hindernissen vorbei. Hierbei muss der Hund unter Beweis stellen, dass er die Gruppe leiten und beisammen halten kann. Außerdem ist die Interaktion mit seinem Hirten für die Punktbewertung von Bedeutung.

Bestimmte Hunderassen  lieben das Wasser, denn daraufhin wurden sie gezüchtet. Das betrifft alle Neufundländer und diejenigen Rassen, die ihnen nahe sind. Auch Labrador Retriever gehören zu den Wasserratten unter den Hunden. Für diese Tiere wurden Wettkämpfe entwickelt, bei denen im Wasser apportiert werden muss, oder Menschen aus dem Wasser gerettet werden.

Moderne Hundsportarten

Andere Disziplinen haben nur noch bedingt mit dem zu tun, was diese Tiere seit Jahrtausenden für die Menschen leisten. Sportarten wie Agility oder Obedience testen die Wendigkeit und den Gehorsam des Hundes. Beim Dogdancing erlernen Hunde ganze Choreographien und präsentieren diese zu Musik. Discdogging ist eine verfeinerte Variante des Stöckchenwerfens, nur mit einem Frisbee. Hier gibt es eigene Unterkategorien mit kompliziertem Reglement.

Ebenfalls um das Fangen eines Gegenstandes geht es beim Flyball, nämlich um den Ball, der aus einer Maschine geschossen wird und den der Hund, erschwert von Hindernissen, schnellstmöglich fangen und zurückbringen muss. Treibball ist eine Art Fußball für Hunde, bei dem Gymnastikbälle mit der Schnauze durch eine Markierung gerollt werden sollen.

Manche Hundesportarten sind Erweiterungen von menschlichen Disziplinen, getrieben von dem Wunsch, das Tier mit in die sportliche Betätigung einzubinden. Hierzu zählen Canicross, ein Cross-Country-Lauf mit Hund oder Turnierhundsport, im weitesten Sinne Leichtathletik mit Hund.

Schlittenhunde und Windhundrennen 

Sonderfälle im Hundesport sind sicherlich einerseits die Nutzung der Tiere, um Schlitten oder Ski durch den Schnee zu ziehen. Diese Art der Fortbewegung ist gehört in den entsprechenden Regionen zu den traditionellen Fortbewegungsmitteln. Gleichzeitig gibt es aber auch Wettrennen, die rein sportlichen Zwecken dienen.

Windhunderennen finden entweder auf Rennbahnen statt und sind dann auch gesellschaftliche Ereignisse bei denen – ähnlich wie bei Pferderennen – viel und gern gewettet  wird. Beim Coursing hingegen wird nicht ausschließlich die Schnelligkeit der Tiere getestet, sondern das gesamte Jagdverhalten.